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Hypotheken für Nicht-Residenten in Spanien: Was Käufer aus Deutschland erwartet

Eine spanische Hypothek als Nicht-Resident ist keine Ausnahme, sondern gelebte Praxis in Spanien – doch spanische Banken verlangen andere Nachweise als deutsche Institute und prüfen jeden Fall individuell. Wer frühzeitig weiß, welche Unterlagen und Schritte anstehen, vermeidet unnötige Verzögerungen bis zum Notartermin und plant realistischer.

Wer hinter dieser Seite steht. Sókerim ist eine spanische Immobilienagentur (Lyrio Home Solutions, S.L.) mit Büros in der Region Madrid und in Alicante sowie einem Netzwerk von rund 1.000 kooperierenden Agenturen in ganz Spanien. Wir helfen Menschen, die im Ausland leben, dabei, in Spanien eine Immobilie zu finden, zu kaufen und zu verwalten – auf Deutsch, von der ersten Suche bis zur Schlüsselübergabe.

Finanzierung aus Deutschland: eine reale Option mit klaren Regeln

Auch ohne Wohnsitz in Spanien können Käufer aus Deutschland eine Hypothek für eine spanische Immobilie beantragen. Spanische Banken bieten Finanzierungen für Nicht-Residenten an, unser Partner Colibrí Finances begleitet den Prozess und verhandelt mit mehreren Instituten gleichzeitig. Die Konditionen hängen vom Einzelfall ab – von der Art der Immobilie über das Einkommen bis zur bestehenden Vermögenssituation.

Wichtig ist, den Ablauf realistisch einzuplanen: Eine spanische Bank prüft Bonität, Einkommen und bestehende Verbindlichkeiten nach eigenen Maßstäben, die sich von der deutschen Kreditvergabe unterscheiden. Eine Finanzierungszusage ist möglich, aber nie garantiert, und sie braucht Zeit – meist mehrere Wochen zwischen erster Anfrage und endgültiger Entscheidung.

Eine Finanzierungszusage ist möglich, aber nie garantiert und hängt stets vom Einzelfall ab.

Wie läuft die Antragstellung praktisch ab?

Der Weg zur spanischen Hypothek beginnt meist parallel zur Immobiliensuche. Sobald eine passende Immobilie gefunden ist, reicht der Käufer bei einer spanischen Bank oder über Colibrí Finances eine erste Anfrage mit Einkommensnachweisen ein. Die Bank bewertet daraufhin sowohl die Immobilie als auch die persönliche Bonität, bevor sie ein indikatives Angebot erstellt.

Erst nach dieser Vorprüfung folgt die formelle Kreditzusage, die an die Unterzeichnung der Kaufurkunde vor dem Notar gekoppelt ist. Zwischen erster Anfrage und Notartermin vergehen üblicherweise mehrere Wochen, da spanische Banken interne Gremien einschalten und zusätzliche Nachweise nachfordern können.

Ohne spanische Steuernummer NIE und in der Regel ohne spanisches Bankkonto lässt sich kein Kreditantrag abschließen – beides sollte frühzeitig beantragt werden.

Welche Schritte gehören zum Ablauf?

Welche Unterlagen prüft die Bank?

UnterlageAusstellende StelleZweck
Einkommensnachweis, z. B. Lohnsteuerbescheinigung oder GehaltsabrechnungenArbeitgeberBelegt laufendes Einkommen
Letzter EinkommensteuerbescheidFinanzamtZeigt die steuerliche Situation
Kontoauszüge der letzten MonateHausbankDokumentiert Zahlungsverhalten
Nachweis bestehender Kredite oder VerbindlichkeitenGläubigerKlärt bestehende Belastungen
Gültiger Personalausweis oder ReisepassAusweisbehördeIdentitätsnachweis

Wie unterscheidet sich das von einer Finanzierung in Deutschland?

Wer in Deutschland schon einmal eine Immobilie finanziert hat, kennt strenge Bonitätsprüfungen und Schufa-Auskünfte. In Spanien arbeiten Banken mit eigenen internen Modellen, die stärker auf das verfügbare Nettoeinkommen, bestehende Kredite und den Wert der Immobilie selbst abstellen. Eine Schufa-Auskunft wird nicht abgefragt, dafür verlangen spanische Institute ausführlichere Einkommens- und Steuernachweise aus Deutschland.

Auch die Kommunikation läuft anders: Viele Unterlagen müssen ins Spanische übersetzt oder zumindest verständlich aufbereitet werden, und Rückfragen der Bank kommen häufig kurzfristig. Wer einen deutschsprachigen Ansprechpartner wie Colibrí Finances einbindet, vermeidet Missverständnisse und behält den Überblick über offene Anforderungen.

Welche Rolle spielt die Immobilie selbst?

Spanische Banken bewerten nicht nur die Bonität des Käufers, sondern lassen die Immobilie durch einen unabhängigen Gutachter taxieren. Lage, Bauzustand und Nutzung – etwa dauerhafte Vermietung oder gelegentliche Ferienaufenthalte – fließen in diese Bewertung ein und beeinflussen, wie die Bank das Risiko einschätzt.

Bei älteren Objekten mit Renovierungsbedarf verlangen manche Banken zusätzliche Nachweise über die geplanten Arbeiten oder trennen die Finanzierung des Kaufpreises von möglichen Renovierungskosten. Das sollte bei der Budgetplanung frühzeitig berücksichtigt werden.

Finanzierung und Renovierungsprojekte

Manche Käufer erwerben gezielt eine Immobilie mit Renovierungspotenzial, finanzieren den Kauf über eine spanische Hypothek und lassen die Sanierung separat begleiten. Unser Renovierungsteam hat seit 2022 18 Häuser gekauft, saniert und wieder verkauft; das mittlere Renovierungsbudget lag bei 22 % des Kaufpreises.

Diese Zahlen beschreiben vergangene Projekte und sind kein Versprechen für künftige Ergebnisse oder Renditen. Wer eine Renovierung plant, sollte Kauf- und Renovierungsbudget getrennt kalkulieren und mit der Bank klären, was genau finanziert wird.

Drei Punkte, die Sie vorher kennen sollten

NIE

Steuernummer als Startpunkt

Ohne die spanische Steuernummer NIE ist weder ein Bankkonto noch ein Kreditantrag möglich. Sie sollte vor der ernsthaften Immobiliensuche beantragt werden.

EU

Niederlassungsfreiheit für Deutsche

Als deutscher Staatsbürger dürfen Sie sich im Rahmen der EU-Freizügigkeit ohne Visum in Spanien niederlassen, was den Ablauf gegenüber Nicht-EU-Bürgern vereinfacht.

3 %

Steuerabzug beim späteren Verkauf

Verkauft ein Nicht-Resident die Immobilie wieder, behält der Käufer 3 % des Preises als Vorauszahlung auf die spanische Steuer ein.

Steuern und laufende Kosten nicht vergessen

Neben der Finanzierung selbst lohnt sich der Blick auf die laufenden Pflichten. Nicht-residente Eigentümer geben in Spanien jährlich die Modelo-210-Erklärung ab; Mieteinnahmen werden in Spanien besteuert, und Grundsteuer (IBI) sowie Gemeinschaftskosten fallen ebenfalls jedes Jahr an. Zwischen Spanien und Deutschland besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen, das eine doppelte Besteuerung derselben Einkünfte vermeiden soll.

Ein Steuerberater in Deutschland sollte im Einzelfall klären, wie Einkünfte aus spanischem Immobilienbesitz in der deutschen Steuererklärung anzugeben sind. Da Deutschland ebenfalls den Euro nutzt, entfällt zumindest bei den laufenden Zahlungen jedes Wechselkursrisiko – ein Vorteil gegenüber Käufern aus Nicht-Euro-Ländern.

Ein spanisches Visum über Immobilienkauf – die frühere „Golden Visa“ – gibt es seit dem 3. April 2025 nicht mehr; für deutsche Staatsbürger war es ohnehin nie nötig, da die EU-Freizügigkeit gilt.

Wenn Sie in Deutschland leben

Spanien ist von Deutschland aus mit zahlreichen Direktflügen aus den meisten größeren Städten in wenigen Stunden erreichbar, was Kurzbesuche und Pendeln zwischen beiden Ländern erleichtert. Viele Deutsche entscheiden sich für den Kauf einer Immobilie in Spanien wegen des milden Klimas, der Lebensqualität und der kulturellen Nähe zu Mitteleuropa. Da beide Länder den Euro nutzen, entfallen Währungsrisiken beim Immobilienerwerb. Praktisch ist zudem zu beachten, dass sich das spanische Erbrecht in wesentlichen Punkten vom deutschen unterscheidet, weshalb sich eine frühzeitige rechtliche Beratung empfiehlt.

Was eine spanische Bank in der Regel von Ihnen verlangt

Steuern zu Hause und in Spanien

Zwischen Spanien und Deutschland besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen; ein Steuerberater in Deutschland sollte im Einzelfall klären, wie Einkünfte aus spanischem Immobilienbesitz in der deutschen Steuererklärung anzugeben sind.

Aufenthalt in Spanien

Als deutscher Staatsbürger genießen Sie im Rahmen der EU-Freizügigkeit das Recht, sich in Spanien niederzulassen, ohne dass ein Visum erforderlich ist.

Da Deutschland ebenfalls den Euro als Währung nutzt, entfällt bei Zahlungen in Spanien jegliches Wechselkursrisiko.

Häufig gestellte Fragen

Bekomme ich als Deutscher automatisch eine Hypothek von einer spanischen Bank?

Nein, eine automatische Zusage gibt es nicht. Spanische Banken prüfen Einkommen, bestehende Kredite und die gewählte Immobilie im Einzelfall, ähnlich wie deutsche Institute, aber nach eigenen Maßstäben. Colibrí Finances kann mehrere Anfragen parallel stellen, doch ob und zu welchen Konditionen finanziert wird, entscheidet am Ende die jeweilige Bank.

Brauche ich schon vor der Anfrage ein spanisches Bankkonto?

In der Praxis ja, denn viele spanische Banken setzen ein eigenes Konto für die Kreditabwicklung voraus, etwa für Ratenzahlungen und laufende Kosten wie IBI oder Gemeinschaftsgebühren. Das Konto lässt sich in der Regel gemeinsam mit der NIE-Beantragung organisieren, bevor die eigentliche Kreditprüfung beginnt.

Wie lange dauert es von der Anfrage bis zur Zusage?

Das hängt vom Einzelfall ab, doch zwischen erster Anfrage und endgültiger Kreditentscheidung vergehen üblicherweise mehrere Wochen. Die Bank benötigt Zeit für die Bewertung der Immobilie, die Prüfung der Unterlagen und interne Freigaben. Wer frühzeitig alle Nachweise vollständig einreicht, verkürzt diesen Prozess spürbar.

Muss ich für den Kauf nach Spanien reisen?

Nicht zwingend für jeden Schritt, aber die Unterzeichnung der Kaufurkunde erfolgt vor einem spanischen Notar, und viele Bankgespräche lassen sich zumindest anfangs per Video führen. Als deutscher Staatsbürger können Sie sich zudem ohne Visum in Spanien aufhalten, was Reisen für Besichtigungen oder Termine erleichtert.

Was passiert steuerlich, wenn ich die Immobilie später verkaufe?

Beim Verkauf behält der Käufer 3 % des Kaufpreises ein und führt sie als Vorauszahlung auf Ihre spanische Steuer ab; zusätzlich fällt die kommunale Plusvalía auf die Wertsteigerung des Grundstücks an. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und Deutschland regelt, wie dies in der deutschen Steuererklärung berücksichtigt wird.

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